Advent, Advent, der Dollar brennt
Markt­kom­mentar KW 49 | 2020

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An den euro­päi­schen Märkten scheinen die Anleger in der Woche nach dem Black Friday offenbar keine guten Gründe zu finden, aktiv zu werden. Dabei ver­mel­dete die deut­sche Indus­trie ein dickeres Auf­trags­buch als vor der Krise und auch die Arbeits­lo­sig­keit ging im November weiter zurück. Auf­grund der feh­lenden posi­tiven Reak­tion traten die euro­päi­schen Indizes wie der Dax und der Euro Stoxx auf der Stelle. Die Markt­reife der kom­menden Impf­stoffe scheint bereits ein­ge­preist zu sein. Schafft es der Niko­laus den Bör­sia­nern durch neue Impulse erneut eine Freude zu bereiten?

Als der­zei­tiger Brems­klotz für die Akti­en­märkte Europas erweist sich der Höhen­flug des Euros gegen­über dem Dollar. Die Gemein­schafts­wäh­rung erreichte diese Woche mit einem Wech­sel­kurs von über 1,217 US-Dollar ein Zwei-Jahres-Hoch und belastet damit vor allem die euro­päi­sche Export­wirt­schaft. Es bleibt jedoch abzu­warten, ob die EZB in der kom­menden Woche reagiert und durch eine Aus­wei­tung der expan­siven Geld­po­litik ein Spiel­ver­derber für die Rally des Euros sein wird.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Was des Euros Freud, ist des Dol­lars Leid: Als Folge der jüngsten Akti­en­rally, resul­tie­rend aus der Hoff­nung auf eine bal­dige Nor­ma­li­sie­rung, ziehen sich Inves­toren aus den sicheren Häfen wie dem Dollar zurück. Die Welt­leit­wäh­rung zollt somit der stei­genden Risi­ko­be­reit­schaft der Anleger Tribut, wovon der Euro-Kurs pro­fi­tiert. Auch die ame­ri­ka­ni­schen Akti­en­märkte konnten dies nutzen und diese Woche mit einem leichten Plus schließen. Zwar konnte der US-Arbeits­markt­be­richt vom Freitag die Erwar­tungen nicht erfüllen, dafür schürten die Zahlen aber Aus­sicht auf ein bal­diges Konjunkturpaket.

Die Impf­stoff-Hoff­nung lässt auch den, in USD notierten, Gold­preis schwä­cheln, der nach der Rally zu Kri­sen­be­ginn und dem Rekord­hoch im August deut­lich nachgab. Diese Ent­wick­lung bei einem par­al­lelen Ver­lust des Dollar ist unge­wöhn­lich, da sich beide Kurse oft kon­trär zuein­ander ver­halten. Folg­lich müssen Gold­in­ves­toren momentan dop­peltes Leid ertragen, da der schwache Dol­lar­kurs und der gleich­zei­tige Kurs­ver­lust des Goldes an ihren ver­meint­lich „sicheren“ Invest­ments nagen.

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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