Die zweite Welle ist da! Nach weiter stei­genden Infek­ti­ons­zahlen in vielen Län­dern wurde auch in Deutsch­land ein neuer Höchst­stand an täg­li­chen Neu­in­fek­tionen mit Covid-19 gemeldet. Die Politik reagierte darauf jüngst mit ver­schärften Maß­nahmen zur Ein­däm­mung des Virus, die vor allem inlän­di­sche Risi­ko­ge­biete betreffen. Kaum breitet sich die Angst vor einem zweiten Lock­down aus, berichten erste Dis­counter von einem neu­er­li­chen Run auf die kost­baren weißen Rollen. Der Klo­pa­pier­index schlägt wieder nach oben aus, wäh­rend die euro­päi­schen Akti­en­märkte nach gutem Wochen­be­ginn starke Kurs­rut­sche erlebten.

Anlei­he­käufe: Renais­sance der PIIGS?

Aus­sagen des Chef­volks­wirts der Euro­päi­schen Zen­tral­bank Philip Lane ver­dichten die Anzei­chen auf eine Aus­wei­tung der geld­po­li­ti­schen Maß­nahmen der EZB. Diese sollen den Volks­wirt­schaften der Euro-Zone neuen Schwung zu ver­leihen und den eher trüben Kon­junk­tur­aus­sichten ent­ge­gen­wirken. Die Gerüchte führten am Anlei­he­markt bereits seit Wochen­be­ginn zu deut­li­chen Aus­schlägen. Anleger scheinen auf eine Aus­wei­tung der Anlei­he­käufe der EZB zu spe­ku­lieren, um an Kurs­ge­winnen zu par­ti­zi­pieren. Davon pro­fi­tieren vor allem die süd­eu­ro­päi­schen Länder wie Ita­lien, Spa­nien oder Por­tugal, deren Schuld­ver­schrei­bungen diese Woche sehr gefragt waren. Nachdem die PIIGS-Länder zur Zeit der Euro­krise noch kurz vor dem Staats­bank­rott standen, können sie sich nun so günstig ver­schulden wie nie zuvor. Bei­spiels­weise steuert die zehn­jäh­rige Anleihe Ita­liens aktuell auf eine Ren­dite von nur noch 0,6 % zu. Grazie mille EZB!

Analog zu den euro­päi­schen Märkten ver­lief die Ent­wick­lung der ame­ri­ka­ni­schen Han­dels­plätze. Der Beginn der US-Quar­tals­be­richts­saison fiel eher durch­wachsen aus und auch der Streit über ame­ri­ka­ni­sche Kon­junk­tur­maß­nahmen las­tete in dieser Woche auf den US-Börsen . US-Finanz­mi­nister Steve Mnu­chin dämpfte erneut die Hoff­nungen auf eine Über­ein­kunft von Demo­kraten und Repu­bli­ka­nern vor der Prä­si­dent­schafts­wahl am 3. November. Zum nahenden Wochen­ende zeigten sich die Märkte am Freitag ver­söhn­lich und konnten einen Teil der Ver­luste wieder aufholen. 


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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.