Bad Banks – Staffel 3
Markt­kom­mentar KW 39 | 2020

B

Zum Wochen­be­ginn wurde die Ban­ken­welt wie­dermal von einem Geld­wä­sche­skandal erschüt­tert. Und mit­ten­drin befindet sich – wie könnte es anders sein – erneut die Deut­sche Bank. Neues Mate­rial für Bad Banks Staffel 3?

Nach Ent­hül­lungen des inter­na­tio­nalen Recher­chenetz­werkes FinCEN-Files wurden erheb­liche Mängel bei der Bekämp­fung von Geld­wä­sche auf­ge­deckt. So wurde bekannt, dass nam­hafte Banken ent­gegen bestehender Anti-Geld­wä­sche-Vor­keh­rungen mut­maß­liche Kri­mi­nelle als Kunden akzep­tierten und für diese Mil­li­arden-Trans­fers tätigten. Gemeldet wurden diese Vor­gänge — getreu dem Motto “Eile mit Weile” — nur äußerst zag­haft und teil­weise mit jah­re­langer Verspätung.

Außerdem kün­digte nach der Com­merz­bank diese Woche auch die Deut­sche Bank an, ihren geplanten Stel­len­abbau vor­an­treiben zu wollen. So soll jede fünfte Filiale in Deutsch­land so schnell wie mög­lich dau­er­haft schließen, um die Spar­pläne der neuen Kon­zern­stra­tegie umzusetzen.

Ins­ge­samt begann die Han­dels­woche an den Märkten äußerst unruhig, da Anleger auf die jüngsten Corona-Ent­wick­lungen stark ver­un­si­chert reagierten und die Indizes auf Tal­fahrt schickten. Vor allem in Europa werden nach den gestie­genen Infek­ti­ons­zahlen vom ver­gan­genen Wochen­ende nun neue Lock­down-Sze­na­rien befürchtet, was primär Luft­fahrt- und Tou­ristik-Unter­nehmen zu spüren bekamen. Im Wochen­ver­lauf mussten Aktien bei eher geringer Vola­ti­lität wei­tere Federn lassen. Der Post-Corona-Rallye scheint damit etwas die Puste auszugehen. 

Im Wilden Westen nichts (wirk­lich) Neues

Mitten in der heißen Phase des US-Prä­si­dent­schafts­wahl­kampfes möchte Donald Trump eine vakante Rich­ter­po­si­tion am obersten Gerichtshof noch vor den anste­henden Wahlen im November neu besetzten. Damit stößt der US-Prä­si­dent sowohl bei Demo­kraten als auch teil­weise inner­halb der eigenen Partei auf eine ableh­nende Hal­tung. Die Markt­teil­nehmer befürchten zudem, dass es durch die anhal­tende poli­ti­sche Dis­kus­sion noch länger bis zur Ver­ab­schie­dung des lang ersehnten Kon­junk­tur­pro­grammes dauern könnte.

Der Auto­mo­bil­markt rich­tete diese Woche alle Augen nach Fre­mont (Kali­for­nien) auf Teslas “Bat­tery Day”, wo – nach Ankün­di­gungen Elon Musks – eine hohe Erwar­tungs­hal­tung bestand. Zwar wurde ein starkes Unter­neh­mens­wachstum 2020 und die Pro­duk­tion erschwing­li­cher Elek­tro­autos ab 25.000 Dollar ab 2022 ver­kündet, jedoch zeigten sich die Anleger ein wenig ent­täuscht, was sich im Akti­en­kurs bemerkbar machte.

Der Euro rutschte nach einem Som­mer­hoch auf ein Zwei­mo­nats­tief und büßte seit Anfang Sep­tember etwa drei Cent ein, liegt aber noch deut­lich über dem Jah­res­tief von 1,0636 Dollar vom März. Grund für die Kon­so­li­die­rung sind unter anderem die stei­genden Corona-Fall­zahlen in Län­dern der Euro-Zone, wes­halb sich Inves­toren ver­mehrt dem Dollar-Markt zuwenden.

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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