Zum Wochen­be­ginn wurde die Ban­ken­welt wie­dermal von einem Geld­wä­sche­skandal erschüt­tert. Und mit­ten­drin befindet sich – wie könnte es anders sein – erneut die Deut­sche Bank. Neues Mate­rial für Bad Banks Staffel 3?

Nach Ent­hül­lungen des inter­na­tio­nalen Recher­chenetz­werkes FinCEN-Files wurden erheb­liche Mängel bei der Bekämp­fung von Geld­wä­sche auf­ge­deckt. So wurde bekannt, dass nam­hafte Banken ent­gegen bestehender Anti-Geld­wä­sche-Vor­keh­rungen mut­maß­liche Kri­mi­nelle als Kunden akzep­tierten und für diese Mil­li­arden-Trans­fers tätigten. Gemeldet wurden diese Vor­gänge — getreu dem Motto “Eile mit Weile” — nur äußerst zag­haft und teil­weise mit jah­re­langer Verspätung.

Außerdem kün­digte nach der Com­merz­bank diese Woche auch die Deut­sche Bank an, ihren geplanten Stel­len­abbau vor­an­treiben zu wollen. So soll jede fünfte Filiale in Deutsch­land so schnell wie mög­lich dau­er­haft schließen, um die Spar­pläne der neuen Kon­zern­stra­tegie umzusetzen.

Ins­ge­samt begann die Han­dels­woche an den Märkten äußerst unruhig, da Anleger auf die jüngsten Corona-Ent­wick­lungen stark ver­un­si­chert reagierten und die Indizes auf Tal­fahrt schickten. Vor allem in Europa werden nach den gestie­genen Infek­ti­ons­zahlen vom ver­gan­genen Wochen­ende nun neue Lock­down-Sze­na­rien befürchtet, was primär Luft­fahrt- und Tou­ristik-Unter­nehmen zu spüren bekamen. Im Wochen­ver­lauf mussten Aktien bei eher geringer Vola­ti­lität wei­tere Federn lassen. Der Post-Corona-Rallye scheint damit etwas die Puste auszugehen. 

Im Wilden Westen nichts (wirk­lich) Neues

Mitten in der heißen Phase des US-Prä­si­dent­schafts­wahl­kampfes möchte Donald Trump eine vakante Rich­ter­po­si­tion am obersten Gerichtshof noch vor den anste­henden Wahlen im November neu besetzten. Damit stößt der US-Prä­si­dent sowohl bei Demo­kraten als auch teil­weise inner­halb der eigenen Partei auf eine ableh­nende Hal­tung. Die Markt­teil­nehmer befürchten zudem, dass es durch die anhal­tende poli­ti­sche Dis­kus­sion noch länger bis zur Ver­ab­schie­dung des lang ersehnten Kon­junk­tur­pro­grammes dauern könnte.

Der Auto­mo­bil­markt rich­tete diese Woche alle Augen nach Fre­mont (Kali­for­nien) auf Teslas “Bat­tery Day”, wo – nach Ankün­di­gungen Elon Musks – eine hohe Erwar­tungs­hal­tung bestand. Zwar wurde ein starkes Unter­neh­mens­wachstum 2020 und die Pro­duk­tion erschwing­li­cher Elek­tro­autos ab 25.000 Dollar ab 2022 ver­kündet, jedoch zeigten sich die Anleger ein wenig ent­täuscht, was sich im Akti­en­kurs bemerkbar machte.

Der Euro rutschte nach einem Som­mer­hoch auf ein Zwei­mo­nats­tief und büßte seit Anfang Sep­tember etwa drei Cent ein, liegt aber noch deut­lich über dem Jah­res­tief von 1,0636 Dollar vom März. Grund für die Kon­so­li­die­rung sind unter anderem die stei­genden Corona-Fall­zahlen in Län­dern der Euro-Zone, wes­halb sich Inves­toren ver­mehrt dem Dollar-Markt zuwenden.

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.