Das XXL-Hilfs­paket

Markt­kom­mentar KW 10 | 2021

US-Notgroschen für die Wirtschaft

Will gut Ding immer Weile haben? Diese Woche hat es das lang ersehnte US-Kon­junk­tur­paket end­lich auch durch die zweite Kammer des US-Kon­gresses geschafft. Nach in Kraft treten des Gesetzes durch die Unter­schrift von Prä­si­dent Biden, wird die US-Wirt­schaft nun in der nächsten Zeit mit ins­ge­samt 1,9 Bil­lionen Dollar ange­kur­belt. Diese Summe ent­spricht knapp 10 % der gesamten Wirt­schafts­leis­tung des Landes und stellt damit das bisher größte Ret­tungs­paket in der Geschichte der USA dar. Doch bringt das Hilfs­pro­gramm mit solch einer Feu­er­kraft aus­schließ­lich posi­tive Folgen mit sich? Schließ­lich geht mit dem Geld­segen zur Bekämp­fung der wirt­schaft­li­chen Folgen der Pan­demie ein wei­terer Anstieg der Staats­ver­schul­dung einher. Droht neben dem bereits beob­acht­baren Zins- und Infla­ti­ons­an­stieg nun gar eine Über­hit­zung der Wirtschaft?

Die Nach­richt über die Bil­lionen-Dollar-Schwemme führte nicht nur jen­seits des Atlan­tiks zu eupho­ri­schen Kurs­feu­er­werken. Getrieben von den ame­ri­ka­ni­schen Akti­en­märkten konnten auch die euro­päi­schen Börsen von den Aus­sichten auf einen nahenden Wirt­schafts­auf­schwung pro­fi­tieren. So legten etwa der Dow Jones und der Dax im Wochen­ver­lauf eine Rallye hin und erreichten neue Rekordstände.

EZB ver­teilt die nächste Beruhigungspille

Die Freude über die bal­dige Dol­lar­flut über­la­gerte diese Woche auch die Angst vor dem Infla­ti­ons­ge­spenst. Folg­lich wurde der anstei­gende Trend der Ren­diten am Anlei­hen­markt in den letzten Wochen zumin­dest vor­erst gebremst. Gründe hierfür sind zum einen die moderat aus­ge­fal­lenen Infla­ti­ons­daten aus den USA, zum anderen ver­teilte die EZB erneut Beru­hi­gungs­pillen. Chris­tine Lagarde betonte die kon­se­quente Fort­set­zung des ein­ge­schla­genen Kurses, und ver­kün­dete eine Aus­wei­tung der Anlei­he­käufe im kom­menden zweiten Quartal. Zudem erwarten die Euro-Wäh­rungs­hüter nur einen ver­hal­tenen Anstieg der Teue­rungs­rate bis 2023 – Balsam für die von Zins- und Infla­ti­ons­sorgen geplagte Anle­ger­seele in diesen Tagen.

Zur Beach­tung: Frü­here Wert­ent­wick­lungen lassen nicht auf zukünf­tige Ren­diten schließen. Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen. 

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