Der große Crash
Markt­kom­mentar KW 11 | 2020

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Die sich schnell aus­brei­tende Corona-Pan­demie (nach neuer Ein­schät­zung der WHO) stürzte diese Woche die inter­na­tio­nalen Akti­en­märkte in schiere Panik mit his­to­ri­schem Ausmaß. Es ist mit Abstand der bisher schnellste Aus­ver­kauf in der Geschichte (Bloom­berg Mar­kets).
Gleich zu Beginn der Han­dels­woche eröff­nete das deut­sche Akti­en­ba­ro­meter DAX um 8 % schwä­cher. Zusätz­lich fiel der Ölpreis schlag­artig um bis zu 30 % als Folge der Eska­la­tion eines Kon­fliktes zwi­schen Russ­land und den OPEC Staaten über eine ange­strebte Kür­zung der Öl-För­der­menge. Der Zins­satz für 30-jäh­rige US-Staats­an­leihen rutschte erst­malig unter die magi­sche Marke von 1 %.

Tech­ni­sche Erho­lungen wie am Dienstag waren an den glo­balen Akti­en­märkten nur von kurzer Dauer und wurden anschlie­ßend mit erneuten Aus­ver­käufen beant­wortet. Am Don­nerstag kam es erneut zu panik­ar­tigen Ver­käufen und der DAX musste bis zum Han­dels­schluss um mehr als 12 % abgeben.

Wha­tever it takes?

Die inter­na­tio­nalen Zen­tral­banken stehen in der Zwi­schen­zeit unter enormen Hand­lungs­druck, um die wirt­schaft­li­chen Folgen der Coro­na­virus-Krise ein­zu­dämmen. Nach der ame­ri­ka­ni­schen FED und der Bank of Canada letzte Woche, folgte am Mitt­woch die Bank of Eng­land mit einer Zins­sen­kung in Höhe von 50 Basis­punkten. Der Gou­ver­neur, Mark Carney, signa­li­sierte zudem die Bereit­schaft auch wei­ter­ge­hende Maß­nahmen zu ergreifen, um die Krise ein­zu­dämmen.

Die EZB unter Chris­tine Lagarde beschloss wäh­rend ihrer Sit­zung am Don­nerstag eben­falls ein Not­fall­paket. So soll das Anleihen-Kauf­pro­gramm bis zum Jah­res­ende um bis zu 120 Mrd. Euro aus­ge­weitet werden. Außerdem kün­digte die EZB neue Liqui­di­täts­spritzen für Banken an und es soll eine Locke­rung der Kapi­tal­an­for­de­rungen geben. An den bereits his­to­risch nied­rigen Leit­zinsen wurde aber nicht gerüt­telt. Das war den Markt­teil­neh­mern anschei­nend zu wenig und das Hilfs­paket ver­puffte am Don­nerstag wir­kungslos. Nach Jahren der Nied­rig­zinsen ist das geld­po­li­ti­sche Schwert der EZB stumpf geworden.

Die schwarze Null fällt

Als letzte Bas­tion im Kampf gegen die auf­kei­mende Wirt­schafts­krise bleibt also die Fis­kal­po­litik. Am Freitag beschloss der Bun­destag im Schnell­ver­fahren mil­li­ar­den­schwere Hilfs­maß­nahmen für die Wirt­schaft. Durch die Erleich­te­rung von Kurz­ar­beit, Liqui­di­täts­hilfen, Steu­er­stun­dungen und Inves­ti­ti­ons­pro­gramme sollen Unter­nehmen und Arbeits­plätze geschützt werden. Die lange gehegte und gepflegte schwarze Null wird damit eben­falls ein Opfer der Viruspandemie.

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Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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