Der Sie­geszug der Glor­rei­chen Fünf
Markt­kom­mentar KW 29 | 2020

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Seit dem Corona-Crash im März haben sich die meisten Akti­en­in­dizes welt­weit zum größten Teil erholt und das Errei­chen von Vor-Corona Werten scheint nicht mehr weit ent­fernt. Indes gibt es bereits einen klaren Gewinner unter den Indizes: den NASDAQ 100. Er umfasst die 100 größten Tech­no­lo­gie­ak­tien der USA und ist beson­ders durch Tech Unter­nehmen, wie Google und Apple geprägt. Getrieben von diesen Unter­nehmen legte der NASDAQ nach dem Corona-Crash schnell wieder zu und erreichte bald neue Höchst­werte. Die enorme Größe und starke Per­for­mance der Tech Unter­nehmen bläht die Dar­stel­lung ame­ri­ka­ni­scher Märkte enorm auf und ver­zerrt die Wirk­lich­keit. Um es in Rela­tion zu setzen: Die großen Fünf — Face­book, Apple, Amazon, Micro­soft, Google – haben eine Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von knapp 7 Bil­lionen Dollar, alle DAX 30 Unter­nehmen in Deutsch­land kommen gemeinsam auf (nur) 1.25 Bil­lionen Dollar. 

Solch eine Abkop­pe­lung der Tech­no­lo­gie­un­ter­nehmen vom rest­li­chen Markt war auch bei der soge­nannten Dotcom Blase zu sehen, als Inter­net­un­ter­nehmen in Indus­trie­län­dern zu Höhen­flügen ansetzen, bis die Blase im Jahr 2000 platze und den deut­schen neuen Markt mit sich nahm. Der dama­lige Crash war getrieben durch die Über­be­wer­tung von Inter­net­firmen, die weder pro­fi­tabel waren, noch ein nach­hal­tiges Geschäfts­mo­dell vor­wiesen. Dies ist bei Tech Firmen wie Micro­soft, Apple und Amazon heute natür­lich fun­da­mental anders. Trotzdem stellt sich die Frage, ob die astro­no­mi­schen Bewer­tungen immer gerecht­fer­tigt sind… 

Per­for­mance Glo­baler Akti­en­in­di­zies Januar bis Juli 2020 in Handelstagen

Abwarten und Tee trinken

Auch in dieser Woche kamen Impulse für den deut­schen Markt haupt­säch­lich aus den USA sowie zum Ende der Woche von der EZB. Der DAX setzte am Mitt­woch zu einem neuen Hoch seit dem Corona-Crash an, die Vor-Corona Höhen bleiben aber bis­lang noch in einiger Ferne. 

Am Don­nerstag ver­kün­dete die EZB ihren Fahr­plan für die kom­menden Monate: Abwarten und der Erho­lung zuschauen. Bis­he­rige Pro­gramme der EZB zur Ankur­be­lung der Wirt­schaft bleiben bestehen (Anlei­henkauf­pro­gramme, Nega­tiv­zinsen, etc.), wei­tere Pro­gramme sind jedoch vor­erst nicht geplant. Mit der jet­zigen Ent­schei­dung des Abwar­tens von Seiten der EZB soll auch der Druck auf den EU-Rat erhöht werden, end­lich von Fiskus Seite mit einem euro­pa­weiten Hilfs­pro­gramm zu starten. 


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Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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