Ende der Hor­ror­show?
Markt­kom­mentar KW 25 | 2020

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Die aktu­elle Woche wurde seit langem wieder mal von deut­lich bes­seren Wirt­schafts­daten geprägt. Die Ent­span­nung bei den Corona-Neu­in­fek­ti­ons­zahlen und die zuneh­menden Locke­rungen machen sich all­mäh­lich auch in der Real­wirt­schaft bemerkbar. 

Zwei­stel­lige Ein­brüche von öko­mi­schen Schlüs­sel­in­di­ka­toren gehören damit hof­fent­lich der Ver­gan­gen­heit an.

Positiv über­raschte in Deutsch­land zum Bei­spiel der viel­be­ach­tete ZEW Finanz­markt­re­port für den Juni. Das Baro­meter für die Kon­junk­tur­er­war­tungen stieg das dritte Mal in Folge auf 63,4 Punkte. Die aktu­elle Kon­junk­tur­lage wurde mit ‑83,1 Punkten zwar noch immer negativ ein­ge­schätzt, ver­bes­serte sich aber auch deut­lich im Ver­gleich zum Vor­monat. Die vom ZEW befragten Experten sehen also wieder etwas Licht im Tunnel. 

In den USA konnten sich die Ein­zel­han­dels­um­sätze mit zwei­stel­ligen Wachs­tums­raten (nach zwei­stel­ligen Ein­brü­chen) wieder etwas erholen. Die wöchent­li­chen Erst­an­träge auf Arbeits­lo­sen­hilfe fielen am Don­nerstag mit ca. 1,5 Mio. zwar immer noch his­to­risch hoch, aber nicht mehr ganz so kata­stro­phal wie in den Vor­mo­naten aus. 

In den nächsten zwei bis drei Monaten wird erst deut­lich werden, ob durch die schnelle Auf­hol­jagd an das Vor­kri­sen­ni­veau der Wirt­schaft ange­knüpft werden kann. 

Hilfe, wo ist das Geld von Wirecard ?!

Am Don­nerstag kurz vor Redak­ti­ons­schluss zer­rüt­telt ein schweres Bör­sen­beben den Finanz­platz Deutsch­land. Mit der Causa Wire­card kün­digt sich ein neuer kapi­taler Bilanz­skandal im DAX an.

Der Zah­lungs­dienst­leister aus der Nähe von Mün­chen konnte zum ange­kün­digten Termin am 18. Juni keinen tes­tierten Jah­res­ab­schluss vor­legen. Dem Wirt­schafts­prüfer Ernst & Young fehlen die Prü­fungs­nach­weise für Bank­gut­haben über sage und schreibe 1,9 Mil­li­arden Euro! Damit „ver­misst“ ein Dax-Kon­zern etwa ein Viertel seiner Bilanz­summe.

Die Wire­card-Aktie been­dete den Handel am Don­nerstag mit einem Ver­lust von 62 Pro­zent und musste am Freitag wei­tere Federn lassen. Die Wire­card-Anleihe verlor eben­falls 54 Pro­zent im Kurs und notiert aktuell mit einer Ren­dite ver­gleichbar zur Repu­blik Vene­zuela.

Traurig für den Finanz­platz Deutsch­land, die Wirt­schafts­prüfer und die aktiven Fonds­ma­nager von Union Invest­ment und DWS. Die Platz­hir­sche der deut­schen Asset Manager hielten in ihren Fonds bis vor kurzem noch eine deut­liche Über­ge­wich­tung in der Wire­card Aktie.

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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