Nachdem letzte Woche die erwartet schlechten Zahlen des deut­schen BIPs ver­öf­fent­licht wurden – zur Erin­ne­rung: es ging über 10 % bergab im Q2 diesen Jahres – kann die deut­sche Wirt­schaft diese Woche mit her­vor­ra­genden Zahlen punkten. Die Auf­trags­lage der deut­schen Indus­trie erhöhte sich im Juni um rekord­ver­däch­tige 27,9 Pro­zent. Der Anstieg über­traf die Exper­ten­er­war­tungen um das Dop­pelte und wird als deut­li­ches Zei­chen der Erho­lung nach Auf­he­bung der Corona-Restrik­tionen gesehen. Die Auf­trags­ein­gänge hätten wieder ein Niveau von über 90 % des Vor­kri­sen­stands erreicht, erklärte das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium. Die um fast 15 % gestie­genen Exporte und die deut­lich gesun­kene Zahl der Kurz­ar­beiter unter­mauern das sich auf­hel­lende Bild. In glei­chem Maße steigt jedoch weiter die Sorge vor einem erneuten Lock­down und den damit ver­bun­denen Rückschlaggefahren.

Aus den USA kommen der­weil begrenzt posi­tive Nach­richten. Die Märkte, getrieben durch die Tech-Unter­nehmen, steigen kon­ti­nu­ier­lich an und treiben ins­be­son­dere den Nasdaq zu neuen Höhen. Im Kon­gress ringen Demo­kraten und Repu­bli­kaner weiter über ein wich­tiges zweites Corona-Hilfs­paket. Da die Märkte bereits mit einer bal­digen Eini­gung rechnen, besteht im Falle eines Schei­terns Rückschlagpotenzial.

Chef-Stra­tege Donald Trump hat jedoch bereits eine Lösung, um die Ame­ri­ka­ni­sche Staats­kasse wieder zum Klin­geln zu bringen – wieso nicht ein­fach ein Chi­ne­si­sches Unter­nehmen (TikTok) zwingen, sich von ame­ri­ka­ni­schen Inves­toren (Micro­soft) auf­kaufen zu lassen und dann einen Teil des Kauf­preises für sich bean­spru­chen? Wäh­rend Experten an der Recht­mä­ßig­keit solch einer Par­ti­zi­pa­tion der US-Regie­rung zwei­feln, macht es doch irgendwo Sinn – ohne Trumps Ein­greifen wäre dieser Kauf so nicht zustande gekommen, da steht ihm doch auch der Gewinn zu, nicht? Schade nur, dass Donald einen Abschlag auf den Kauf­preis hin­nehmen muss. Wie sich her­aus­stellte, senkt es den Kauf­preis näm­lich erheb­lich, wenn der Ver­käufer zum Ver­kauf gezwungen wird. 

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