Gebt mir ein V
Markt­kom­mentar KW 32 | 2020

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Nachdem letzte Woche die erwartet schlechten Zahlen des deut­schen BIPs ver­öf­fent­licht wurden – zur Erin­ne­rung: es ging über 10 % bergab im Q2 diesen Jahres – kann die deut­sche Wirt­schaft diese Woche mit her­vor­ra­genden Zahlen punkten. Die Auf­trags­lage der deut­schen Indus­trie erhöhte sich im Juni um rekord­ver­däch­tige 27,9 Pro­zent. Der Anstieg über­traf die Exper­ten­er­war­tungen um das Dop­pelte und wird als deut­li­ches Zei­chen der Erho­lung nach Auf­he­bung der Corona-Restrik­tionen gesehen. Die Auf­trags­ein­gänge hätten wieder ein Niveau von über 90 % des Vor­kri­sen­stands erreicht, erklärte das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium. Die um fast 15 % gestie­genen Exporte und die deut­lich gesun­kene Zahl der Kurz­ar­beiter unter­mauern das sich auf­hel­lende Bild. In glei­chem Maße steigt jedoch weiter die Sorge vor einem erneuten Lock­down und den damit ver­bun­denen Rückschlaggefahren.

Aus den USA kommen der­weil begrenzt posi­tive Nach­richten. Die Märkte, getrieben durch die Tech-Unter­nehmen, steigen kon­ti­nu­ier­lich an und treiben ins­be­son­dere den Nasdaq zu neuen Höhen. Im Kon­gress ringen Demo­kraten und Repu­bli­kaner weiter über ein wich­tiges zweites Corona-Hilfs­paket. Da die Märkte bereits mit einer bal­digen Eini­gung rechnen, besteht im Falle eines Schei­terns Rückschlagpotenzial.

Chef-Stra­tege Donald Trump hat jedoch bereits eine Lösung, um die Ame­ri­ka­ni­sche Staats­kasse wieder zum Klin­geln zu bringen – wieso nicht ein­fach ein Chi­ne­si­sches Unter­nehmen (TikTok) zwingen, sich von ame­ri­ka­ni­schen Inves­toren (Micro­soft) auf­kaufen zu lassen und dann einen Teil des Kauf­preises für sich bean­spru­chen? Wäh­rend Experten an der Recht­mä­ßig­keit solch einer Par­ti­zi­pa­tion der US-Regie­rung zwei­feln, macht es doch irgendwo Sinn – ohne Trumps Ein­greifen wäre dieser Kauf so nicht zustande gekommen, da steht ihm doch auch der Gewinn zu, nicht? Schade nur, dass Donald einen Abschlag auf den Kauf­preis hin­nehmen muss. Wie sich her­aus­stellte, senkt es den Kauf­preis näm­lich erheb­lich, wenn der Ver­käufer zum Ver­kauf gezwungen wird. 

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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