Gold – die beste Geld­an­lage der Welt?
Markt­kom­mentar KW 31 | 2020

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So schlimm die Corona-Krise auch war und ist, so hat sie doch eines mit den meisten anderen Krisen gemein – das Gold. Zieht am Markt ein Sturm auf, so flüchten sich die Anleger in ver­meint­lich sichere Häfen. Der Gold­preis, wel­cher seit Beginn der Corona-Krise bei­nahe kon­ti­nu­ier­lich stieg, nahm in den letzten zwei Wochen noch einmal deut­lich an Fahrt auf und stieg Anfang dieser Woche auf neue Höchst­werte. Aber ist ein Klumpen gelbes Metall tat­säch­lich der ulti­ma­tive sichere Hafen?

Ent­gegen dem aktu­ellen Kon­sensus heute mal ein paar Fakten gegen den Goldhype:

  • Die Schmuck­nach­frage sinkt kontinuierlich.
  • Die Indus­trie­nach­frage sinkt kontinuierlich.
  • Noten­banken bauen ihre Gold­be­stände ab.
  • Das welt­weite Gold­an­gebot aus För­de­rung und Recy­cling steigt kontinuierlich.
  • Gold gene­riert keine lau­fenden Erträge wie Zinsen und Dividenden.
  • Gold birgt hohe Wäh­rungs­ri­siken aus EUR/USD Wechselkursschwankungen.

Der aktu­elle Preis­an­stieg scheint damit rein finan­ziell- spe­ku­lativ bedingt und birgt damit für die Anleger hohe Risiken. Auch am ver­meint­lich sicheren Gold­markt können sich gefähr­liche Spe­ku­la­ti­ons­blasen bilden und platzen. Mit hohen Wert­schwan­kungen ist ohnehin zu rechnen. 

Wenn wir nun vom Roh­stoff­markt her­über zum Devi­sen­markt schauen, so bildet sich dort auch ein ver­meint­lich sicherer Hafen – der Euro. Nachdem die Euro­zone Anfang des Jahres genauso hart von Corona getroffen wurde wie alle anderen, hat sie sich ver­gleichs­weise schnell erholt. Die Gemein­schafts­wäh­rung legte dar­aufhin im Ver­gleich zu den meisten Wäh­rungen und beson­ders dem US-Dollar deut­lich zu. Ein klares Zei­chen für die Sta­bi­lität der Euro­zone und die Wirk­sam­keit der Brüs­seler Maß­nahmen – oder nicht? 

Nun, der US-Dollar gilt welt­weit als Leit­wäh­rung, 88 % aller Wäh­rungs­trans­ak­tionen finden im Dollar statt. Was pas­siert nun, wenn der Dollar plötz­lich schwä­chelt? Wenn sich die USA zum Bei­spiel ein­fach nicht vom Coro­na­virus erholen können und die Infek­ti­ons­zahlen immer weiter steigen? Wohin sollen die Anleger mit all ihrem Geld fliehen? Was als sicherer Hafen ange­sehen wird, ist also nichts weiter als ein Aus­druck von Alter­na­tiv­lo­sig­keit. Die Sta­bi­lität der Euro­zone nichts weiter als die Insta­bi­lität der USA

Auf­schie­be­ritis?

Vom deut­schen Markt kamen diese Woche über­wie­gend posi­tive Zahlen. Die Arbeits­lo­sen­quote hat sich im Ver­gleich zum Vor­monat sta­bi­li­siert und liegt weiter bei 6,4 %. Der viel­be­ach­tete Ifo Geschäfts­kli­ma­index kam am Montag etwas besser als erwartet und die Erwar­tungen an die zukünf­tige Geschäfts­ent­wick­lung sind deut­lich gestiegen. Der coro­nabe­dingte, his­to­ri­sche Ein­bruch des BIP im Q2 um über 10 % war in dem Ausmaß bereits erwartet worden.

In den USA wurden ähn­lich schlechte Wachs­tums­zahlen für das Q2 ver­öf­fent­licht. Hier gras­siert das Virus aller­dings weiter und sorgt nach wie vor für eine kata­stro­phale Lage am US-Arbeits­markt. Donald Trump sieht seine Felle all­mäh­lich davon­schwimmen und sin­niert am Don­nerstag öffent­lich über eine mög­liche Ver­schie­bung der Prä­si­dent­schafts­wahl. Demo­kraten und Repu­bli­kaner reagieren glei­cher­maßen scho­ckiert und die Akti­en­märkte gehen auf Tauch­sta­tion. Zum Ende seiner Amts­zeit (oder viel­leicht doch noch nicht?) drehen sich die Märkte wieder zuse­hends um den Präsidenten. 

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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