Locke­rungs­übungen
Markt­kom­mentar KW 19 | 2020

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Deutsch­land und andere Corona-geplagte Länder machen sich langsam locker.

Dass sich die Neu­in­fek­ti­ons­zahlen im Lock­down gut redu­zieren ließen, war keine wirk­liche Über­ra­schung. Nun wird es aber ernst. Jetzt muss sich zeigen, ob ein eini­ger­maßen nor­males Wirt­schafts­leben mit dem Virus mög­lich wird, bis ein wirk­samer Impf­stoff oder ein Medi­ka­ment ent­wi­ckelt wurde. Echt­zeit-Daten, wie Ein­zel­han­dels­um­sätze, Restau­rant­bu­chungen oder Ener­gie­ver­brauch können hier zeigen, wie schnell die Wirt­schaft wieder anläuft.

Kommt es jedoch erneut zu einem sprung­haften Anstieg der Neu­in­fek­ti­ons­zahlen wird es eng. Viele Unter­nehmen und Frei­be­rufler die bereits jetzt schon zu kämpfen haben, werden einen zweiten Lock­down wahr­schein­lich nicht über­stehen. Staat­liche Ret­tungs­pro­gramme und sta­bi­li­sie­rende Instru­mente wie die Kurz­ar­beit stehen dann nicht mehr unbe­grenzt zur Verfügung.

Einen bit­teren Vor­ge­schmack bieten die USA. Am Don­nerstag wurden erneut über 3 Mil­lionen neue Arbeits­lose für diese Woche gemeldet. Zudem springt die offi­zi­elle Arbeits­lo­sen­quote für April auf 14,7 %. Damit wird der höchste Wert seit der Welt­wirt­schafts­krise in den Zwan­ziger- und Drei­ßi­ger­jahren ver­zeichnet. Einen Monat zuvor hatte die Arbeits­lo­sen­quote noch bei 4,4 % gelegen. 

Kommt jetzt die Inflation?

Die glo­balen Akti­en­märkte nehmen es jeden­falls sehr locker und beenden die Woche deut­lich im Plus. Die US-Tech­no­lo­gie­börse NASDAQ kann sogar alle Ver­luste des lau­fenden Jahres wieder auf­holen und dreht für 2020 ins Posi­tive. Wird hier nach wie vor eine steile V‑Erholung gespielt oder gibt es doch noch andere Erklä­rungen für die Ent­kopp­lung der Wall Street von der Main Street? Nun, ein wich­tiger Treiber sind die Noten­banken, die die Märkte mit bil­ligem Geld über­schütten. Die Geld­flut landet man­gels Alter­na­tiven u. a. auch im Akti­en­markt. Aber nicht nur dort. Über Unter­stüt­zungs­pro­gramme, Kurz­ar­beit etc. landet die neu geschaf­fene Geld­menge auch beim End­ver­brau­cher. Die ver­füg­bare Güter­menge wächst aber nicht im glei­chen Maße mit. Viele Öko­nomen erwarten daher län­ger­fristig einen deut­li­chen Anstieg der Infla­tion. His­to­ri­sche Par­al­lelen gibt es dafür jeden­falls zur Genüge. Akti­en­ba­sierte Anlagen und reale Assets wie Immo­bi­lien schaffen hier Abhilfe.

Wer aber Geld hält, ist in einem infla­tio­nären Sze­nario der Dumme. 

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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