Shut­down!
Markt­kom­mentar KW 13 | 2020

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In den großen Indus­trie­na­tionen kommt das gesell­schaft­liche und wirt­schaft­liche Leben als Folge der Ein­däm­mungs­maß­nahmen der Corona-Epi­demie kom­plett zum Erliegen. Wäh­rend Ärzte und Pfle­ge­per­sonal an ihre Grenzen gehen, ist der Rest der Bevöl­ke­rung dazu auf­ge­rufen, sich zu iso­lieren.
Durch ver­han­gene Aus­gangs­sperren und Betriebs­schlie­ßungen wird aller­dings auch die Wirt­schaft der­zeit in Qua­ran­täne ver­setzt. Die real­wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kungen waren bisher noch nicht messbar. Auch unter Experten gibt es unter­schied­liche Mei­nungen dazu. 

Bun­des­wirt­schafts­mi­nister Peter Alt­maier rechnet damit, dass „die wirt­schaft­li­chen Ein­bußen wahr­schein­lich höher sein werden als in der letzten Wirt­schafts­krise, in der Banken- und Bör­sen­krise”. Lars Feld, Vor­sit­zender der Wirt­schafts­weisen, bezwei­felt diese dys­to­pi­schen Sze­na­rien: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir eine so schwie­rige Lage bekommen werden”, sagte er hoffnungsvoll.

Fak­ten­check

Nun werfen wir mal einen Blick auf die Fakten. All­mäh­lich tru­deln ver­schie­dene Wirt­schafts­daten und Kon­junk­tur­in­di­ka­toren ein, die den begin­nenden Ein­fluss der Corona-Krise bereits mit beinhalten.

In Deutsch­land wurde am Mitt­woch der viel­be­ach­tete ifo Geschäfts­kli­ma­index für den März ver­öf­fent­licht. Der Index ist im aktu­ellen Monat auf 87,7 Punkte (von 96 Punkten im Februar) ein­ge­bro­chen und zeigt damit den stärksten Rück­gang seit 1991 und den nied­rigsten Wert seit August 2009. Im Ver­ar­bei­tenden Gewerbe sanken die Geschäfts­er­war­tungen so stark, wie noch nie in 70 Jahren Umfragen in der Industrie.

Auch das deut­sche Kon­sum­klima wurde durch das Coro­na­virus schwer infi­ziert. Der von der GfK für den April pro­gnos­ti­zierte Kon­sum­kli­ma­index sank auf einen Wert von 2,7 Punkten und damit den nied­rigsten Wert seit Mai 2009.

Am Don­nerstag wurde in den USA der wich­tige Früh­in­di­kator „Initial Jobless Claims“ ver­öf­fent­licht, also die wöchent­li­chen Erst­an­träge auf Arbeits­lo­sen­hilfe. Die Anzahl der Antrag­steller schoss sprung­haft auf einen Rekord­wert von über 3 Mil­lionen. Zur his­to­ri­schen Ein­ord­nung: Der bis­he­rige Höchst­stand stammt aus 1982 mit ca. 700 Tau­send Antrag­stel­lern. Mit den kata­stro­phalen Zahlen endet in den USA eine Rekord­serie im Wachstum der Erwerbs­tä­ti­gen­zahl von 113 Monaten in Folge.

Dead-Cat-Bounce?

Betrachtet mal also die ersten ver­füg­baren fun­da­men­talen Kon­junk­tur­in­di­ka­toren, so scheint ein Ver­gleich mit der Finanz­krise in 2008/2009 kei­nes­wegs über­trieben zu sein. 

Die glo­balen Akti­en­märkte haben bereits durch den Crash der letzten Wochen einen Teil der Ent­wick­lung vor­weg­ge­nommen und können diese Woche deut­liche Kurs­ge­winne ver­zeichnen. Aktuell über­wiegt noch der sta­bi­li­sie­rende Effekt der staat­li­chen Mil­li­arden-Hilfs­pro­gramme. Wie lange das Stroh­feuer brennt, ist aller­dings fraglich. 

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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