The Rocky Horror Pic­ture Show
Markt­kom­mentar KW 14 | 2020

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Die öko­no­mi­schen Hor­ror­mel­dungen rund um die Corona-Krise, die sich von einem glo­balen Gesund­heits­not­stand all­mäh­lich in eine Welt­wirt­schafts­krise ent­wi­ckelt, reißen nicht ab.

Am Montag fiel der Ölpreis erneut um bis zu 8 % auf die Tief­stände aus dem Jahr 2002. Damals hatte das Öl infolge der Ter­ror­an­schläge am 11. Sep­tember 2001 unter Druck gestanden. Neben der redu­zierten Nach­frage durch die Corona-Pan­demie herrscht zudem aktuell ein Preis­krieg zwi­schen Saudi-Ara­bien und Russ­land, der die Ölpreise zusätz­lich belastet.

Nach einem Son­der­gut­achten der „Wirt­schafts­weisen“ wird eine schwere Rezes­sion in Deutsch­land nicht mehr zu ver­meiden sein. Der Sach­ver­stän­di­genrat erwartet eine deut­liche Schrump­fung der deut­schen Wirt­schaft in 2020. Wie schlimm es genau kommt, ist noch mit großen Unsi­cher­heiten ver­bunden. Füh­rende Öko­nomen schätzen, dass ein Monat Lock­down in etwa 2,5 % Wirt­schafts­wachstum kosten dürfte.

Am Don­nerstag scho­ckierten erneut die wöchent­li­chen Erst­an­träge auf Arbeits­lo­sen­hilfe aus den USA. Der bereits his­to­risch schlechte Wert von 3 Mil­lionen aus der Vor­woche wurde mit 6,6 Mil­lionen noch einmal deut­lich über­schritten. Damit haben inner­halb von zwei Wochen fast 10 Mil­lionen Men­schen ihre Jobs ver­loren! Die aktu­elle Arbeits­lo­sen­quote wird jetzt bereits auf über 10 % geschätzt.

Kommen jetzt Corona-Bonds?

Die Euro­zone steht durch die Finan­zie­rung der kri­sen­be­dingten staat­li­chen Hilfs­pro­gramme vor einer außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tung. Aus­ge­rechnet hat es die bereits hoch ver­schul­deten süd­eu­ro­päi­schen Staaten, wie Ita­lien und Spa­nien, beson­ders hart getroffen. Im Gegen­satz dazu können sich die solide auf­ge­stellten zen­tral­eu­ro­päi­schen Staaten, wie Deutsch­land und die Nie­der­lande, eine höhere Staats­ver­schul­dung durchaus leisten. Vor diesem Hin­ter­grund erscheint es für den poli­ti­schen Zusam­men­halt von Europa sinn­voll, gemein­same Initia­tiven zu starten, um sich gegen­seitig zu helfen. Auch Zen­tral­eu­ropa kann kein Inter­esse an einem erneuten Auf­flammen der Euro-Staats­schul­den­krise haben. Als eine Mög­lich­keit würde sich die gemein­same Aus­gabe von soge­nannten “Corona-Bonds” anbieten. Der Name sollte im Gegen­satz zu Euro-Bonds sug­ge­rieren, dass es sich um eine ein­ma­lige Kri­sen­maß­nahme han­delt. Ein Ein­stieg in eine dau­er­hafte Ver­ge­mein­schaf­tung von Euro-Staats­schulden sollte aber unter allen Umständen ver­mieden werden.

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Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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