Und täg­lich grüßt der Bre­x­i­teer
Markt­kom­mentar KW 43 | 2019

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Wie bereits im letzten Markt­kom­mentar befürchtet, wurde die letzte Arie in der Brexit-Ope­rette noch nicht gesungen. Pre­mier­mi­nister Boris Johnson musste erneut eine emp­find­liche Nie­der­lage im hei­mi­schen Par­la­ment ein­ste­cken. Das bri­ti­sche Unter­haus ver­sagte ihm die sofor­tige Zustim­mung zum aus­ge­han­delten Deal mit der EU am letzten Samstag und ver­tagte die finale Ent­schei­dung. Johnson musste dar­aufhin die EU um eine Ver­schie­bung des Aus­tritts­da­tums vom 31.Oktober bitten. Die EU hielt sich offi­ziell bisher bedeckt, signa­li­sierte unter der Hand aber Zustim­mung zu einer mode­raten Frist­ver­län­ge­rung von etwa drei Monaten. Nun strebt Boris Neu­wahlen am 12. Dezember an. Zumin­dest scheint der No-Deal Brexit vor­erst vom Tisch. 

Groundhog Day

Der arg genervte Beob­achter vom Kon­ti­nent fühlt sich mitt­ler­weile in einer bizarren Zeit­schleife gefangen, ähn­lich wie im Film­klas­siker über ein über­ge­wich­tiges Nage­tier aus der ame­ri­ka­ni­schen Pro­vinz.
Die Kapi­tal­märkte sind da prag­ma­ti­scher und hono­rieren die immer wahr­schein­li­cher wer­dende Abwen­dung eines harten Bre­xits, eine zuneh­mende Ent­span­nung im inter­na­tio­nalen Han­dels­kon­flikt sowie ganz pas­sable Quar­tals­zahlen von US Unter­nehmen. Fast unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit klet­terte der glo­bale Akti­en­index MSCI World heim­lich auf ein neues All­zeit­hoch!  

Chart der Woche

MSCI World Gross Index

Chart der Woche - MSCI World Gross Index
MSCI World Gross Index

Arri­ve­derci Mario!

Im Euro­land neigte sich in der Zwi­schen­zeit eine Ära dem Ende. EZB-Prä­si­dent Mario Draghi lei­tete nach acht Jahren Amts­zeit am Don­nerstag seine letzte Rats­sit­zung in Frank­furt. Der Retter des Euro („Wha­tever it takes!“) und Mann des bil­ligen Geldes hin­ter­lässt als Abschieds­ge­schenk einen unver­än­derten Leit­zins von null Pro­zent für Refi­nan­zie­rungen und ‑0,5 % Straf­zinsen für Ein­lagen, sowie Anlei­he­käufe im Umfang von 20 Mrd. Euro monat­lich ab November. Trotz aus­ge­prägter Kritik — vor allem aus Deutsch­land — wird von seiner Nach­fol­gerin, der bis­he­rigen IWF Chefin Chris­tine Lagarde, keine signi­fi­kante Ände­rung der ultra-expan­siven Geld­po­litik erwartet. Die Zinsen werden also wei­terhin niedrig bleiben.

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Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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