Vor­wärts immer, rück­wärts nimmer!
Markt­kom­mentar KW 27 | 2020

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Die ersten Tage dieser Woche waren geprägt von einem leicht posi­tiven Akti­en­trend, damit setzt sich die gene­relle Erho­lungs­rallye nach dem Corona-Crash fort. Zum Don­nerstag kam es dann auf den inter­na­tio­nalen Märkten zu einem Extra-Boost. 

Aus­ge­löst wurde dieser durch posi­tive Kon­juk­tur­mel­dungen aus den USA. Die am Don­nerstag ver­öf­fent­lichten Arbeits­lo­sen­zahlen der USA haben sich im Ver­gleich zum Vor­monat stark ver­bes­sert und damit die Erwar­tungen der Ana­lysten über­troffen. Die neu­ge­schaf­fenen Jobs haben sich von 2,5 Mil­lionen auf 4,8 Mil­lionen erhöht, auch die Arbeits­lo­sen­quote und Arbeits­lo­sen­an­träge haben sich positiv ent­wi­ckelt. Dies wird als starkes Zei­chen gewertet, dass sich die US-ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft von den Coro­na­folgen erholt, auch wenn Infek­ti­ons­zahlen bisher weiter steigen. Am Don­nerstag wurden in den USA die welt­weit höchste täg­liche Anzahl an Neu­in­fek­tionen, mit 55.000 Neu­in­fi­zierten an einem Tag, gemessen. Nichts­des­to­trotz setzte der US-Tech­no­lo­gie­index NASDAQ zu einem neuen Höchst­wert an. 

Getrieben von den ame­ri­ka­ni­schen Märkten über­schritt auch der DAX die wich­tige Marke von 12.500, kann bisher jedoch nicht zu einem neuen Post-Corona-Crash Höchst­wert ansetzen. War da nicht was mit (noch) Dax-Mit­glied Wirecard?

Pen­ny­stock Wirecard

Nach dem Errei­chen ihres Tiefst­wertes letzte Woche um die 1,42 Euro, wurde die Wire­card Aktie nun zum Ziel spe­ku­la­tiver Anleger, mit Kurs­sprüngen von bis zu 200 %, einem bisher uner­reichten Wert für ein DAX notiertes Unter­nehmen. Die enorme Vola­ti­lität gepaart mit der Erwar­tung des Total­ver­lustes durch die Insol­venz macht die Aktie zu einem hoch­spe­ku­la­tiven Objekt

Die Hoff­nungen über einen Teil­ver­kauf werden indes zuneh­mend gemil­dert, nachdem wich­tige Kunden und Koope­ra­ti­ons­partner, wie Aldi Süd und Soft­bank, schnell reagierten und die Zusam­men­ar­beit aufkündigten. 

Die Gesamt­schäden für den deut­schen Markt, wie Repu­ta­tions- und Kol­la­te­ral­schäden, sind noch schwer abzu­schätzen. Wie nun aber bekannt wurde, bangen nicht nur diverse pri­vate Kre­dit­in­sti­tute um die Rück­zah­lung aus­ste­hender Kre­dite von knapp 1,9 Mil­li­arden Euro. Auch der IPEX Tochter der staats­ei­genen KfW droht ein Aus­fall von bis zu 100 Mil­lionen Euro. 

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Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.


Über den Autor

Benjamin Kaden

Hi, ich bin Benjamin, Leiter Asset Management von EVERGREEN. Ich freue mich, Privatanlegern den Zugang zu innovativen und professionellen Investmentlösungen zu ermöglichen. Auf unserem Blog teile ich mein Finanzwissen mit Euch.

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