Zahlen sie bar, mit Karte oder in Bitcoin?”

Markt­kom­mentar KW 25 | 2021

US-Notgroschen für die Wirtschaft

Der Opti­mismus ist zurück: Dank guter Vor­gaben aus den USA konnten die glo­balen Akti­en­in­dizes auch in dieser Han­dels­woche auf Kurs­jagd gehen. Vor allem die zins­sen­si­blen US-Tech­no­logie-Werte konnten von der Abwe­sen­heit des Zins­ge­spenstes pro­fi­tieren. So steigen etwa die Nasdaq und der S&P 500 aber­mals auf neue Höchst­stände. Wesent­li­chen Ein­fluss auf diese Ent­wick­lung hatte die sich weiter ent­span­nende Lage am US-Arbeits­markt sowie das sich anbah­nende US-Kon­junk­tur­paket. Das 1,2 Bil­lionen Dollar schwere Hilfs­paket soll in die marode US-Infra­struktur fließen und laut Joe Biden zahl­reiche neue Arbeits­stellen schaffen. Zudem ließ Fed-Chef Powell die Zins­ängste weiter in den Hin­ter­grund treten. Bei einer Anhö­rung im Reprä­sen­tan­ten­haus zur Geld­po­litik der Fed bekräf­tigte er seine bis­he­rige Geld­markt­po­litik und blieb bei seinem Mantra der letzten Wochen.

Nichts­des­to­trotz wird die Infla­ti­ons­ent­wick­lung in der nächsten Zeit Thema Nr. 1 an den Märkten bleiben. Durch die stei­genden Preise im Immo­bi­li­en­sektor sinken etwa die Ver­kaufs­zahlen bestehender Häuser. So zog in den USA der durch­schnitt­liche Kauf­preis einer bestehenden Immo­bilie inner­halb eines Jahres um 23,6 Pro­zent an. Auch bei der der­zei­tigen Roh­stoff­rallye oder den Ver­sor­gungs­eng­pässen ist noch keine Ent­span­nung in Sicht. Wann kehrt das Zins­ge­spenst zurück?

Reich der Mitte vs. Bitcoin

Wäh­rend viele Akti­en­in­dizes zur­zeit wieder auf Rekord­jagd gehen, läuft es für Besitzer:innen von Kryp­to­wäh­rungen wei­terhin nicht wirk­lich rund. So sank etwa der Bit­coin Kurs diese Woche zeit­weise unter die 30.000 Dollar Marke. Zwar ist der Krypto-Markt bekannt­lich stark schwan­kungs­an­fällig, jedoch zeigten die Kurs­ent­wick­lungen  nicht mehr “to the moon”. Die ein­ge­setzte Schwä­che­phase bei Bit­coin, Ether und Co. resul­tiert u.a. aus den Twitter-Spiel­chen Elon Musks und dem ein­ge­schla­genen Regu­lie­rungs­kurs Chinas. Das dezen­trale Kon­zept der Digi­tal­wäh­rungen wider­spricht offenbar der zen­tral gesteu­erten Geld- und Wäh­rungs­po­litik des Rei­ches der Mitte. So lassen sich die jüngsten Kurs­ein­brüche am Kryp­to­markt auf das ver­stärkte Vor­gehen Chinas gegen das ener­gie­in­ten­sive Mining im Land zurück­führen. Ein harter Schlag für die digi­talen Zah­lungs­mittel, da große Teile der neu her­ge­stellten Digi­tal­wäh­rungen mit Rech­nern in China erzeugt werden.

Im Gegen­satz zur zweit­größten Volks­wirt­schaft sieht man in El Sal­vador das Kon­zept der Kryp­to­wäh­rungen übri­gens anders: Das kleine Land in Zen­tral­ame­rika ist der erste Staat welt­weit, der Bit­coin als gesetz­li­ches Zah­lungs­mittel ein­führt. Ab Sep­tember heißt es dort dann also: “Zahlen sie bar, mit Karte oder in Bitcoin?”

Zur Beach­tung: Die in diesem Doku­ment ent­hal­tenen Infor­ma­tionen stellen keine Anla­ge­be­ra­tung dar, eine Haf­tung ist ausgeschlossen.

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