Altersvorsorgedepot statt Riester-Rente: Neue Förderung der privaten Altersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze
- Das Altersvorsorgedepot ist als Teil der Riester-Reform geplant.
- Ziel ist es, die private Altersvorsorge durch steuerliche Begünstigungen und Zulagen zu fördern.
- Die Förderung soll auch bei Produkten wie Fonds oder ETFs greifen, um die Renditechancen des Kapitalmarkts zu nutzen.
Das Altersvorsorgedepot geht in die 2. Runde
Hello again! Nach dem Aus der Ampel-Koalition Ende 2024 hat die schwarz-rote Regierung unter Merz und Klingenbeil nun den nächsten Anlauf gestartet.
Die Einführung des staatlich geförderten Altersvorsorgedepots ist ab dem 01.01.2027 geplant. Im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens wurde der Kreis der Förderberechtigten deutlich erweitert: Neben Pflichtversicherten der gesetzlichen Rentenversicherung sollen künftig auch Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen Zugang zur Förderung erhalten.
Soll ich mit meiner Altersvorsorge jetzt bis 2027 warten?
Das würden wir nicht empfehlen. Die Einführung des Altersvorsorgedepots hat sich ja schon einmal verschoben. Jetzt weiter abzuwarten, würde dich wertvolle Zeit und Rendite kosten.
Unser Tipp: Jetzt schon Geld zurücklegen, aber auf Flexibilität achten. Zum Beispiel mit einem Evergreen-Pocket zum Vermögensaufbau. Unsere Sparpläne sind jederzeit flexibel anpassbar. Sobald das AV-Depot eingeführt ist, kannst du den Sparplan darauf ausrichten.
Auf dem Laufenden bleiben
Das Gesetz wird am 27. März 2026 im Bundestag zur Abstimmung vorgelegt. Falls du über den weiteren Verlauf informiert werden möchtest, trage dich gern in unseren Altersvorsorge-Newsletter ein.
Das Altersvorsorgedepot im Detail
Der neue Entwurf zum Altersvorsorgedepot ähnelt dem von 2024 in vielen Punkten. Neu ist aber, dass es einen Kostendeckel von 1 Prozent geben soll. Denn gerade die Höhe der Gebühren war bei vielen Riester-Verträgen ein Nachteil, der sich auch spürbar auf die Erträge auswirkte. Dieser Kostendeckel wurde in den vergangenen Wochen heftig diskutiert und nun von eigentlich geplanten 1,5 Prozent auf 1 Prozent gesenkt. Eine Anpassung, der wir bei Evergreen sehr positiv gegenüberstehen.
Ein kurzes Zwischenfazit
Die Reform hat im Gesetzgebungsverfahren spürbar an Qualität gewonnen. Der niedrigere Kostendeckel, die bessere Förderung für Geringverdienende und die Öffnung für Selbstständige machen das Altersvorsorgedepot deutlich attraktiver als in den früheren Entwürfen. Am 27. März 2026 hat der Bundestag das Altersvorsorgereformgesetz mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossen. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss nun noch der Bundesrat zustimmen. Das wird voraussichtlich im Mai 2026 passieren. Wir halten euch auf dem Laufenden.
Warum das Altersvorsorgedepot?
Kurz zur History
Um dem sinkenden Niveau der gesetzlichen Rente entgegenzuwirken, hatte die Ampel-Regierung 2024 auch die Umstrukturierung der Riester-Förderung in den Blick genommen. Ziel war es, die geförderte private Altersvorsorge wieder attraktiver zu machen.
Zentrales Element dabei: ein gefördertes Altersvorsorgedepot. Auf das sollen Anleger:innen monatlich einzahlen und sich so ein Finanzpolster für den Ruhestand aufbauen. Im September 2024 wurde ein erster Gesetzesentwurf vorgelegt, der aber durch das vorzeitige Aus der Ampel-Koalition erstmal auf Eis gelegt wurde.
Der entscheidende Unterschied zur Riester-Rente
Es wird keine verpflichtende Kapitalgarantie oder lebenslange Verrentung wie bei den alten Riester-Produkten geben. Dadurch soll auch in rentablere Produkte wie Aktienfonds oder Aktien-ETFs eingezahlt werden können – ohne teuren Versicherungsmantel.
Und: Das Altersvorsorgedepot soll auch bei günstigen Anbietern wie Neo-Brokern oder digitalen Vermögensverwaltern möglich sein. Auch wer sich ganz ohne externe Beratung für einen Fonds oder ETFs entscheidet, soll die Förderung erhalten können.

Keine lebenslange Verrentung – warum ist das ein Vorteil?
Rentenversicherungen, die eine lebenslange „Leibrente“ anbieten, sichern sich durch großzügig kalkulierte Lebenserwartungen der Versicherten ab, die deutlich über der durchschnittlichen Lebenserwartung des Statistischen Bundesamtes liegen. Es ist also wahrscheinlich, dass man vor dem kalkulierten Alter verstirbt. Die übrige Versicherungssumme, die für die letzten Lebensjahre vorgesehen wäre, behält die Versicherung ein.
Keine Beitragsgarantie – auch das ist von Vorteil
Mindestens die eingezahlten Beträge wieder ausgezahlt bekommen – ein verlockendes Versprechen der Riester-Rente, das dazu aber noch etwas anderes garantiert: geringe Renditen. Den Anbietern bleibt kaum Spielraum, Kapital gewinnbringend anzulegen. Statt am Kapitalmarkt zu investieren, fließt das Geld in sicherere, festverzinste Wertpapiere, die kaum Erträge abwerfen.
