Marktkommentar Juli: Chips im Ausverkauf, Öl im Rausch

Marktkommentar Juli | 2026

Gräser im warmen Gegenlicht der Abendsonne – Marktkommentar Juli 2026

Wenn gut nicht mehr gut genug ist

Der Juli stellte die Lieb­lings­po­si­tion des Jahres auf die Probe. Halb­lei­ter­werte, im zweiten Quartal noch mit ihrer besten Drei­mo­nats­bi­lanz über­haupt, ver­loren binnen weniger Wochen mehr als ein Fünftel ihres Werts. Der Nasdaq 100 gab 6,6 Pro­zent nach. Ein güns­tiges KI-Modell aus China weckte Erin­ne­rungen an den Deep­Seek-Moment. Dazu bestrafte die Berichts­saison selbst kleine Ent­täu­schungen hart: Alphabet fiel trotz solider Zahlen, weil die Inves­ti­ti­ons­pläne aber­mals stiegen. Tesla brach nach ent­täu­schendem Ergebnis ein. Erst zum Monats­ende drehte die Stim­mung, als Micro­soft und Amazon mit kräf­tigem Cloud-Wachstum zeigten, dass sich die Mil­li­arden womög­lich doch auszahlen.

Die stille Mehrheit

Die großen Tech­no­lo­gie­werte haben im Juli zwar ver­loren, der breite Markt aller­dings nicht. Die Akti­en­märkte ins­ge­samt been­deten den Monat nahezu unver­än­dert. An ein­zelnen Tagen, an denen die Tech­no­lo­gie­in­dizes ein­bra­chen, schloss die Mehr­heit der Ein­zel­titel sogar im Plus. Wer Halb­leiter abgab, stieg offenbar woan­ders ein. Finanz­werte legten rund sechs Pro­zent zu, auch defen­sive Bereiche wurden wieder gesucht. Stärkster Sektor war die Energie mit einem Plus von 13 Pro­zent, nachdem der wieder auf­ge­flammte Kon­flikt um die Straße von Hormus den Ölpreis über 90 Dollar trieb, zeit­weise über 100. Pro­fi­tiert haben davon vor allem die fos­silen För­derer. Aktien erneu­er­barer Ener­gien gaben deut­lich nach.

Schweigen mit Nebenwirkungen

Die US-Noten­bank ließ die Zinsen unver­än­dert, ver­zich­tete aber erneut auf jede Ori­en­tie­rung zum wei­teren Weg. Drei Mit­glieder stimmten sogar für eine Erhö­hung. Die Anlei­he­märkte lasen daraus vor allem Unsi­cher­heit: Die Zinsen drei­ßig­jäh­riger US-Staats­an­leihen erreichten den höchsten Stand seit 2007. In Europa trieben die gestie­genen Ener­gie­preise die Zinsen zehn­jäh­riger Bun­des­an­leihen zeit­weise auf 3,20 Pro­zent. Von den Daten kamen dabei durchaus freund­liche Signale: Die Mitte Juli ver­öf­fent­lichten Ver­brau­cher­preise für Juni fielen erst­mals seit sechs Jahren, der Arbeits­markt kühlte spürbar ab.

Wert­ent­wick­lung der Ever­green-Fonds im Juli 2026

Inde­xiert auf Basis der Anteils­preise, 30.06.2026 = 100

Stable World FundSus­tainable World BondsSus­tainable World StocksTomorrow Fund
9496981001. Juli8. Juli15. Juli22. Juli31. JuliStable World Fund−0,80 %Sustainable World Bonds−1,73 %Sustainable World Stocks−2,74 %Tomorrow Fund−4,82 %
Zum Ver­gleich der Tages­werte mit dem Maus­zeiger über die Kurven fahren (auf dem Smart­phone antippen). Quelle: Ever­green Fonds­ma­nage­ment, Stand 31.07.2026. Die dar­ge­stellte Wert­ent­wick­lung bezieht sich auf einen Monat und ist kein ver­läss­li­cher Indi­kator für die künf­tige Entwicklung.

Unsere Evergreen-Fonds

Ever­green Stable World Fund

Beide Seiten des Fonds standen im Juli unter Druck: die Anlei­he­kom­po­nente durch den euro­päi­schen Zins­an­stieg, die Akti­en­seite durch die Tech­no­lo­gie­schwäche. Wegen des stei­genden Zins­drucks wurde die Anlei­hen­quote im Monats­ver­lauf deut­lich redu­ziert. Das und die ins­ge­samt vor­sich­tige Posi­tio­nie­rung hielten den Rück­gang in Grenzen.

Ever­green Sus­tainable World Bonds

Der Ölpreis war im Juli auch am euro­päi­schen Anlei­he­markt zu spüren. Die gestie­genen Ener­gie­preise weckten neue Infla­ti­ons­sorgen und trieben die euro­päi­schen Zinsen im Monats­ver­lauf nach oben, was die Anlei­he­kurse belas­tete. Zum Monats­ende ent­spannte sich die Lage etwas, aus­ge­gli­chen hat das die Ver­luste nicht: Der Ever­green Sus­tainable World Bonds schloss den Juli deut­lich im Minus.

Ever­green Sus­tainable World Stocks

Tech­no­lo­gie­werte sind die größte Posi­tion im Fonds, ent­spre­chend deut­lich belas­tete die Juli-Kor­rektur das Ergebnis. Titel für sau­bere Energie gaben zusätz­lich nach. Von der Erho­lung der fos­silen Ener­gie­werte war der Fonds wegen des nach­hal­tigen Ansatzes aus­ge­schlossen. Erfreu­lich ent­wi­ckelten sich hin­gegen Finanz­werte, Micro­soft und japa­ni­sche Titel wie Hitachi. Unterm Strich schloss der Fonds den Monat im Minus.

Tomorrow Fund

Halb­leiter- und Tech­no­lo­gie­werte sind im Tomorrow Fund hoch gewichtet und gehörten im Juli zu den schwächsten Berei­chen über­haupt. KLA und STMi­croelec­tro­nics ver­loren kräftig, auch Werte aus dem Bereich sau­berer Energie gaben nach. Gesund­heits­titel wie Illu­mina und Ship Health­care legten zu, gegen die Breite der Ver­luste kamen sie aber nicht an. Nach den starken Vor­mo­naten schloss der Fonds den Juli deut­lich negativ.

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