Marktkommentar Juni: Ein Sommer zwischen Erleichterung und Argwohn

Marktkommentar Juni | 2026

Marktkommentar

Ein Frieden mit Nachbeben

Der Juni begann mit der Aus­sicht auf Frieden. Nach Wochen mit schwan­kenden Ölpreisen und wach­senden Infla­ti­ons­sorgen unter­zeich­neten US-Prä­si­dent Trump und Irans Prä­si­dent Peseschkian am 18. Juni eine Absichts­er­klä­rung zur Bei­le­gung des Kon­flikts. Die für die Ölver­sor­gung ent­schei­dende Straße von Hormus sollte wieder geöffnet werden. Der Ölpreis fiel binnen weniger Tage unter 81 Dollar je Barrel, Aktien- und Roh­stoff­märkte atmeten hörbar auf. Die Erleich­te­rung währte jedoch nicht lange. Als am 25. Juni ein ira­ni­sches Pro­jektil ein Fracht­schiff traf, warfen sich beide Seiten Ver­trags­brüche vor. Erst zum Monats­ende einigten sich die Par­teien auf eine vor­über­ge­hende Waf­fen­ruhe und neue Gespräche in Katar.

Mil­li­ar­den­wetten und ein geld­po­li­ti­scher Kurswechsel

Par­allel dazu tobte am Akti­en­markt ein anderes Rennen. Alphabet, Meta und SpaceX kün­digten binnen weniger Wochen mil­li­ar­den­schwere Kapi­tal­maß­nahmen für ihre KI-Ambi­tionen an, SpaceX erzielte bei seinem Bör­sen­gang sogar den höchsten Erlös der Geschichte. Aus­ge­rechnet Chip­werte gerieten den­noch zeit­weise unter Druck, als Broadcom eine vor­sich­ti­gere Pro­gnose abgab und selbst solide Zahlen von Oracle nicht vor Gewinn­mit­nahmen schützten. Auch die Noten­banken jus­tierten ihren Kurs. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank hob die Zinsen erst­mals seit Sep­tember 2023 wieder an, die US-Noten­bank unter ihrem neuen Vor­sit­zenden Kevin Warsh beließ sie hin­gegen zum vierten Mal in Folge unver­än­dert. Die Zinsen zehn­jäh­riger Bun­des­an­leihen fielen von ihrem Mehr­jah­res­hoch bei 3,20 Pro­zent auf rund 2,86 Pro­zent, wäh­rend die US-Zinsen leicht anzogen.

Rekorde hier, Rea­li­täts­check dort

Am Ende blieb ein gespal­tenes Bild. US-Aktien schlossen den Juni nahezu unver­än­dert, wäh­rend euro­päi­sche Börsen mehr­fach neue Rekord­stände mar­kierten. Selbst Gold geriet unter Druck und verlor binnen Monats­frist fast zwölf Pro­zent auf rund 4.008 Dollar je Fein­unze, wäh­rend der US-Dollar den höchsten Stand seit Mai 2025 erreichte. Zwi­schen poli­ti­scher Erleich­te­rung und wirt­schaft­li­cher Nüch­tern­heit blieb der Sommer weniger ruhig, als sich man­cher Anleger erhofft haben dürfte.

Unsere Evergreen-Fonds

Ever­green Stable World Fund

Auch der Ever­green Stable World Fund bewegte sich in diesem Span­nungs­feld aus Zins­ent­span­nung und wech­sel­haften Akti­en­märkten. Der recht kleine Akti­en­an­teil pro­fi­tierte von der freund­li­chen Stim­mung an den euro­päi­schen Börsen, der deut­lich grö­ßere Anlei­he­teil von den zum Monats­ende sin­kenden Zinsen. In der Summe reichte das für ein knappes Plus.

Ever­green Sus­tainable World Bonds

Der nach­las­sende Ölpreis nach dem Waf­fen­still­stand im Nahen Osten nahm auch dem euro­päi­schen Anlei­he­markt Druck von den Infla­ti­ons­sorgen. Nachdem die Zinsen zehn­jäh­riger Bun­des­an­leihen zur Monats­mitte noch ein Mehr­jah­res­hoch erreicht hatten, gaben sie zum Monats­ende deut­lich nach. Der Ever­green Sus­tainable World Bonds pro­fi­tierte davon und schloss den Juni mit einem mode­raten Plus.

Ever­green Sus­tainable World Stocks

Zwi­schen KI-Kapi­tal­rausch und Chip-Ner­vo­sität behaup­tete sich der Ever­green Sus­tainable World Stocks und ent­wi­ckelte sich klar besser als der breite Markt. Halb­lei­ter­aus­rüster sowie Finanz- und Gesund­heits­werte lie­ferten die stärksten Bei­träge, wäh­rend ein­zelne Schwer­ge­wichte aus Soft­ware und Kom­mu­ni­ka­tion deut­lich nach­gaben. In der Breite glich der Fonds diese Gegen­sätze aus und pro­fi­tierte zusätz­lich von der freund­li­chen Stim­mung an den euro­päi­schen Aktienmärkten.

Tomorrow Fund

Für den Tomorrow Fund war der Juni trotz aller Ner­vo­sität rund um die künst­liche Intel­li­genz ein aus­ge­spro­chen starker Monat. Finanz- und Gesund­heits­werte lie­ferten die kräf­tigsten Bei­träge, wäh­rend ein Teil der Ener­gie­wende-Titel unter dem nach dem Waf­fen­still­stand deut­lich gesun­kenen Ölpreis litt, der ihre rela­tive Wett­be­werbs­fä­hig­keit vor­über­ge­hend schmä­lerte. In der Gesamt­be­trach­tung reichte das den­noch für eine deut­lich posi­tive Ent­wick­lung, die weit über dem Niveau des breiten Marktes lag.

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