Nachhaltigkeitstagebuch Julia Geithner

Tage­buch­ein­trag 2: Was ich wirk­lich über den UNGC denke

Liebes Tage­buch,

vor kurzem sind wir dem Global Com­pact der Ver­einten Nationen (UNGC) bei­getreten. Was das genau ist, kann man hier sehr detail­liert nachlesen.

Hier kommt trotzdem noch einmal ein kleiner Über­blick für Dich: Also Unter­nehmen, die sich dem Global Com­pact anschließen, müssen eine offi­zi­elle Erklä­rung an den UNGC unter­schreiben. Dort ver­pflichten sie sich, dessen 10 Prin­zi­pien zu befolgen und ihr Han­deln an den 17 Zielen für Nach­hal­tig­keit der Ver­einten Nationen (UN SDGs) aus­zu­richten. Je nach Umsatz muss eine jähr­liche Zah­lung ent­richtet und ein Unter­neh­mens­re­port ver­öf­fent­licht werden, der erläu­tert, wie die 10 Prin­zi­pien im Unter­nehmen umge­setzt werden. Im Gegenzug darf man dann das Logo der UNGC auf seinen Kanälen plat­zieren und an Panels und Ver­an­stal­tungen teilnehmen.

Bei meiner Recherche ist mir auf­ge­fallen, dass die unter­zeich­nenden Unter­nehmen nicht auf ihre aktu­ellen Werte und Ver­hal­tens­weisen über­prüft werden. Bei der Teil­nahme werden ledig­lich das Erklä­rungs­schreiben und die Unter­schrift über­prüft. Das bedeutet, das Siegel selbst ist keine wirk­liche Veri­fi­zie­rung aktu­eller Tat­sa­chen. Es ist, banal gesagt, ledig­lich das Ver­spre­chen, sich an die 10 Prin­zi­pien zu halten.

Dadurch kam bei mir direkt die Frage auf, ob man als Firma dann über­haupt ein Siegel braucht, um zu zeigen, dass man ver­ant­wor­tungs­be­wusst han­delt. Ist das nicht irgendwie nur Mar­ke­ting? Was haben denn unsere Kund:innen davon? Und wer kon­trol­liert eigent­lich, dass sich die Firmen auch wirk­lich an die 10 Prin­zi­pien halten und ihr Ver­spre­chen nicht brechen?

Ich habe wirk­lich lange dar­über nach­ge­dacht und bin zu fol­gendem Schluss gekommen: Ich glaube fest, dass man nicht unbe­dingt ein Siegel braucht, um zu zeigen, dass man ver­ant­wor­tungs­be­wusst han­delt. Vor allem wenn man es als Unter­nehmen ernst meint und eh schon in großem Maß Ver­ant­wor­tung für Nach­hal­tig­keit und Gesell­schaft über­nimmt. Schaden tut es trotzdem nicht. Vor allem, wenn man sich als Unter­nehmen mit dem Siegel iden­ti­fi­zieren kann. Damit meine ich, wenn die Auf­lagen des Sie­gels eben genau das abbilden, was man als Unter­nehmen eh schon macht, bzw. was in der Unter­neh­mens­stra­tegie oder im Pro­dukt ver­an­kert ist.

Natür­lich ist ein Siegel immer irgendwie auch Teil des Mar­ke­tings, das lässt sich kaum ver­meiden. Aber solange man als Unter­nehmen wirk­lich hinter den Werten steht und kein Green­wa­shing betreibt, dann ist es doch eine super Sache, seine Fir­men­werte durch ein Siegel öffent­lich zu prä­sen­tieren. Fin­dest Du nicht auch?

Außerdem zeigt man durch die Prä­sen­ta­tion des Sie­gels auf der Web­site ja auch, dass man die Ver­ei­ni­gung, die dahin­ter­steht, unter­stützt. Und am Ende zählt nur eins: Je mehr Unter­nehmen der Initia­tive bei­treten, desto schneller kommen wir an unser Ziel eines glo­balen Wan­dels der Welt­wirt­schaft. Des­halb bin ich froh dar­über, dass immer mehr Unter­nehmen den Ansporn haben, ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu agieren und ihre Errun­gen­schaften trans­pa­rent an den UNGC zu berichten. Mitt­ler­weile sind es schon über 13.000. Ich glaube, dadurch wird auch der gene­relle Anspruch an trans­pa­rentes Repor­ting enorm erhöht.

Auch für uns ist der Bei­tritt in den Global Com­pact ein groß­ar­tiger Schritt nach vorne, um richtig detail­lierte und wert­volle Unter­neh­mens­be­richte zu schreiben. In diesen werden wir dann ganz genau abbilden, wie wir uns für die 10 Prin­zi­pien und die 17 SDGs ein­setzen. Für unsere Kund:innen hat das meiner Mei­nung nach auch einen erheb­li­chen Mehr­wert, denn je anspruchs­voller die Repor­ting-Richt­li­nien, desto trans­pa­renter die Angaben.

Die Ver­pflich­tung des jähr­li­chen Reportings gegen­über einer dritten, externen und zusätz­lich super glo­balen Instanz wie dem UNGC, schafft außerdem für alle Inter­es­sierten einen Ver­trau­ens­faktor. Und zwar weil dabei eben auch Infor­ma­tionen ein­ge­for­dert werden, die ein Unter­nehmen ohne externes Scree­ning ein­fach nicht preis­geben müsste. Ach und wuss­test Du, dass die Unter­neh­mens­be­richte auf jähr­li­cher Basis kon­trol­liert werden? Ver­gessen es Unter­nehmen zwei Jahre in Folge ihren Report an die UNGC zu schi­cken, dann werden sie vom Global Com­pact aus­ge­schlossen und ihre Namen veröffentlicht.

Klar, die ganze Sache ist ziem­lich kom­plex und im Thema Nach­hal­tig­keit ist es manchmal schwer zu erkennen, welche Unter­nehmen es ernst meinen und welche nicht. Das gilt auch für das Siegel des UNGC. Aber ich finde es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass sich welt­weit bereits über 13.000 Unter­nehmen frei­willig dazu ver­pflichtet haben, die Welt ein Stück­chen besser zu machen. Und ein noch viel tol­leres Gefühl ist, dass EVERGREEN jetzt auch mit dabei ist!

Auf jeden Fall freue ich mich schon richtig auf unseren ersten Nach­hal­tig­keits­re­port und bin gespannt zu sehen, wo wir überall einen Ein­fluss hatten!

Julia