Die gefräßige Inflation — Wie die Inflation für Sparer zum Problem wird

Frau bemerkt die Inflation beim Einkaufen auf dem Markt

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Die Infla­tion bleibt eines der zen­tralen wirt­schaft­li­chen Themen in Deutsch­land. Auch wenn die extrem hohen Werte der Jahre 2022/2023 der Ver­gan­gen­heit ange­hören, ist die Preis­stei­ge­rung wei­terhin spürbar und wirkt sich direkt auf die Kauf­kraft von Geld­ver­mögen aus.

Offi­zi­elle Zahlen zeigen:
Die Infla­ti­ons­rate in Deutsch­land, gemessen als Ver­än­de­rung des Ver­brau­cher­preis­index (VPI) gegen­über dem Vor­jah­res­monat, lag im Januar 2026 bei +2,1 %. Das bedeutet, dass die Preise für einen reprä­sen­ta­tiven Waren­korb von Gütern und Dienst­leis­tungen im Ver­gleich zum Januar des Vor­jahres um 2,1 Pro­zent teurer geworden sind.

Im Durch­schnitt über das Jahr 2025 lag die Infla­ti­ons­rate sogar bei etwa +2,2 % gegen­über 2024.

Was ist Inflation – und warum ist sie relevant?

Infla­tion bezeichnet den anhal­tenden Anstieg des all­ge­meinen Preis­ni­veaus. Steigen die Preise, sinkt die Kauf­kraft des Geldes: Für den­selben Betrag kann man sich weniger leisten als zuvor.

Die Sta­tis­tiker des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes (Destatis) ver­wenden einen „Waren­korb“ aus rund 700 Güter­arten, um die Ver­än­de­rung der Ver­brau­cher­preise zu messen – daraus ergibt sich die offi­zi­elle Inflationsrate.

Inflation trifft Sparer besonders hart

Wäh­rend viele Anleger wei­terhin den Groß­teil ihres Geld­ver­mö­gens in sicheren, aber niedrig ver­zinsten Anla­ge­formen parken – wie Giro­konten, Tages­geld oder Bar­geld – frisst die Infla­tion dort real Ver­mögen auf.

Warum? Weil der soge­nannte Real­zins ent­schei­dend ist:

Real­zins = Nomi­nal­zins – Inflationsrate

Wenn die Infla­ti­ons­rate höher ist als der Zins­satz, ver­liert dein Geld real an Kauf­kraft – selbst wenn es nomi­nell wächst.

Das bedeutet: Du kannst dir in Zukunft deutlich weniger leisten, obwohl dein Kontostand nominal gestiegen ist. Dieses Phänomen zeigt, wie stark Inflationsverluste auf lange Sicht wirken – vor allem wenn sie über dem Zinsertrag liegen.

Inflation im historischen Kontext

Die der­zei­tige Infla­ti­ons­rate von etwa 2,1 % liegt über vielen Jahren, in denen Preis­stei­ge­rungen deut­lich nied­riger waren. In den Jahr­zehnten vor 2021 bewegte sich die Infla­tion in Deutsch­land oft unter­halb von 2 %. Die Ent­wick­lungen der letzten Jahre – ins­be­son­dere die stark erhöhten Preise in 2022 und 2023 – mar­kieren eine Abkehr von dieser Niedrigpreisphase.

Diese Ent­wick­lung zeigt, dass Infla­tion kein kurz­fris­tiges Phä­nomen ist, son­dern ein per­ma­nenter Faktor in der Wirt­schaft, der bei lang­fris­tigen Spar- und Anla­ge­ent­schei­dungen berück­sich­tigt werden muss.

Warum risikoarme Anlagen dich real verlieren lassen

Bank­zinsen ori­en­tieren sich am all­ge­meinen Zins­um­feld, das durch die Geld­po­litik der Euro­päi­schen Zen­tral­bank beein­flusst wird. Zwar sind nach den Nied­rig­zins­jahren die Zinsen gestiegen, doch die Infla­tion bleibt wei­terhin ein starker Ein­fluss­faktor. Wenn Spar­ein­lagen weniger Ren­dite bringen als die Preise steigen, heißt das im realen Sinne:

Du ver­lierst Kauf­kraft – Jahr für Jahr.

Wie kann man sich gegen Inflation schützen?

Es gibt keine Garantie gegen Infla­tion, aber es gibt Stra­te­gien, um den Real­wert deines Ver­mö­gens besser zu erhalten:

📈 1. Sach­werte statt Cash-Bestände

His­to­risch gesehen schützen Sach­werte wie Aktien, Immo­bi­lien oder Roh­stoffe besser vor Infla­tion, weil Unter­nehmen Preise wei­ter­geben und reale Werte besitzen.

🌍 2. Breite Diversifikation

Nicht nur auf klas­si­sche Spar­formen setzen, son­dern das Kapital über Asset-Klassen hinweg streuen.

🎯 3. Aktives Risiko- und Renditesteuerungsmanagement

Risi­ko­scheu allein führt in Infla­ti­ons­phasen oft in reale Ver­luste. Ent­schei­dend ist, wie Risiken gesteuert werden – nicht das du Risiken vermeidest.

Was bedeutet das für dich?

Infla­tion frisst Kauf­kraft – und sie ist real. Die offi­zi­ellen Daten zeigen (Stand Anfang 2026), dass die Infla­ti­ons­rate in Deutsch­land wieder stabil über 2 % liegt.

Für Sparer bedeutet das:

  • Sicheres Geld auf dem Konto schützt vor nomi­nalen Verlusten …
  • … aber nicht vor realem Wert­ver­lust durch Inflation.
  • Wer nach­hal­tigen Ver­mö­gens­aufbau will, muss über klas­si­sche Bank­ein­lagen hinausdenken.

Denn:
Wenn Infla­tion höher ist als deine Ren­dite, schrumpft dein Geld – auch wenn der Kon­to­stand steigt.

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