Marktkommentar März: Eine Meerenge schreibt Börsengeschichte
Marktkommentar März | 2026

Schock, Öl und keine einfache Antwort
Der März begann an einem Wochenende mit Nachrichten, auf die kein Anleger gewartet hatte. US-amerikanische und israelische Streitkräfte hatten Iran angegriffen. Noch bevor die Börsen am Montag öffneten, stand fest: Dieser Monat würde anders verlaufen als die Monate zuvor. Rohöl sprang innerhalb weniger Tage von 67 auf annähernd 80 Dollar, und die Straße von Hormuz kam nahezu zum Stillstand. Die Märkte reagierten wie in solchen Momenten üblich mit Druck auf alles, was Risiko bedeutet.
Stagflation als Schreckwort
Die zweite Monatshälfte brachte schlechte Wirtschaftsdaten in ein bereits belastetes Umfeld. Die USA bauten im Februar 92.000 Stellen ab, erwartet worden war ein moderates Plus. Gleichzeitig kletterte Öl erstmals seit 2022 über 100 Dollar, und Schlagzeilen über Liquiditätsprobleme in Teilen des Kreditmarkts kamen hinzu. Das Wort Stagflation machte wieder die Runde. Es beschreibt das Szenario einer schwächelnden Wirtschaft bei gleichzeitig steigenden Preisen. Die US-Notenbank ließ die Zinsen unverändert, deutete aber ungewohnt deutlich an, dass der nächste Schritt auch nach oben gehen könnte. Das Bruttoinlandsprodukt des vierten Quartals war zuvor auf 0,7 Prozent nach unten revidiert worden.
Auf den Anleihemärkten hinterließ der Ölschock deutliche Spuren. Die Zinsen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen im Monatsverlauf spürbar an. Europäische Zinsen erreichten zwischenzeitlich mehrjährige Hochstände. Auch die Europäische Zentralbank signalisierte keinen baldigen Kurswechsel und bekräftigte ihre abwartende Haltung. Anleihen gerieten in Europa wie in den USA unter Druck.
Vier Wochen Verlust und ein letzter Tag
Dazwischen lagen vier Wochen Markt in Ausnahmezustand. Zweimal signalisierte Präsident Trump Verhandlungsbereitschaft, zweimal dementierte Teheran. Jedes Aufflackern von Hoffnung erzeugte eine kurze Erholung, jeder Rückschlag neuen Druck. Sektoral war der Kontrast erheblich. Energiewerte legten als einzige Branche zu, während Industrie‑, Rohstoff- und Konsumgütertitel am stärksten einbüßten. Am letzten Handelstag erlebte der S&P 500 seinen stärksten Tag seit fast einem Jahr, ausgelöst von Berichten über eine mögliche Annäherung im Konflikt.
Der März hatte mit einem Wochenende begonnen, das niemand kommen sah. Er endete mit einem Handelstag, der zumindest die Hoffnung zurückbrachte. Der Gesamtmonat blieb dennoch das, was er war: der schwierigste seit einem Jahr.
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